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Klang & Instrumente

Ein Drumfill kündigt nicht nur den Refrain an

Kurze rhythmische Abweichungen im Zusammenhang hören.

Jordan Hastings — Rock im Park 2016
Jordan Hastings — Rock im Park 2016. Kontextaufnahme; kein Nachweis eines bestimmten Songs oder anderer besprochener Ereignisse. © pitpony.photography · Bildquelle · CC BY-SA 3.0 · Für das Web skaliert

Ein Fill ist eine kurze Abweichung von einem zuvor etablierten Schlagzeugmuster. Häufig fällt es vor einem neuen Abschnitt auf, doch nicht jedes Fill muss einen großen Wechsel ankündigen. Es kann auch eine Wiederholung beleben oder eine einzelne Phrase abschließen. Wer in Billy-Talent-Aufnahmen nur nach den spektakulärsten Schlagzeugmomenten sucht, übersieht deshalb leicht die kleineren Veränderungen, die einen Verlauf verständlich machen.

Erst das normale Muster kennenlernen

Wähle einen Abschnitt aus einer Aufnahme, die du bereits besitzt oder über einen offiziellen Dienst hörst. Achte zunächst darauf, was über mehrere Wiederholungen ähnlich bleibt. Erst wenn diese Erwartung klarer ist, lässt sich eine Abweichung sinnvoll benennen. Du musst nicht jede Trommel identifizieren. Es reicht, eine regelmäßige tiefe Bewegung, einen helleren Akzent oder ein wiederkehrendes Geräusch zu verfolgen. Die Beschreibung darf vorläufig sein.

Wenn eine Änderung auffällt, höre einige Sekunden davor und danach. Was kommt nach ihr: eine neue Gesangslinie, ein bekanntes Muster oder zunächst eine freie Stelle? Ein Fill wird durch diese Umgebung zu einer Übergangsgeste. Isoliert betrachtet kann dieselbe Folge beeindruckend klingen, während ihre eigentliche Funktion unklar bleibt. Für eine Besprechung ist die Verbindung oft ergiebiger als die Frage, wie schwierig die einzelnen Schläge zu spielen wären.

Bewegung nicht mit Beschleunigung verwechseln

Mehr Ereignisse in kurzer Zeit müssen keine Änderung des Grundtempos bedeuten. Eine dichtere Folge kann innerhalb desselben Pulses stattfinden. Versuche, den vorherigen Puls leise mit einem Finger weiterzuführen, während das Fill erklingt. Falls du ihn verlierst, ist das zunächst ein Ergebnis deiner Aufmerksamkeit und kein sicherer Beweis eines Tempowechsels. Technische Aussagen benötigen eine genauere Prüfung als einen ersten Eindruck.

Für eine eigene Übung klopfe ein einfaches Muster mehrmals und ändere nur die letzte Wiederholung. Kehre danach wieder zum ursprünglichen Muster zurück. Achte darauf, ob die Rückkehr an der erwarteten Stelle landet. Die Übung braucht keine Geschwindigkeit und keine Nachahmung einer Bandaufnahme. Sie macht erfahrbar, dass eine Abweichung ihre Wirkung oft daraus bezieht, dass die gemeinsame Orientierung erhalten bleibt.

Beim nächsten Albumdurchgang genügt es, einen Übergang bewusst wiederzuerkennen. Vielleicht wirkt der folgende Abschnitt nun besser vorbereitet, obwohl du zuvor nur dessen Beginn bemerkt hast. Das ist ein konkreter Erkenntnisgewinn. Ein Fill muss nicht als Solomoment herausgestellt werden, um wichtig zu sein; es kann gerade dadurch funktionieren, dass es die Aufmerksamkeit verlässlich zur nächsten musikalischen Entscheidung führt.

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