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Live & Konzert

Die zweite Frankfurt-Seite: Vom Debüt zu Crisis of Faith

Fünf veröffentlichte Titel bilden einen konkreten Ausschnitt aus der Konzertfolge.

Benjamin Kowalewicz und das Publikum — Rock am Ring 2016
Benjamin Kowalewicz und das Publikum — Rock am Ring 2016. Kontextaufnahme; kein Nachweis eines bestimmten Songs oder anderer besprochener Ereignisse. © Leonhard Kreissig // LeoDE · Bildquelle · CC BY 4.0 · Für das Web skaliert

Auf Seite B der offiziellen Frankfurt-Ausgabe stehen Try Honesty, Pins and Needles, Rusted from the Rain, Saint Veronika und The Wolf. Diese fünf Titel bieten einen kleinen Querschnitt durch verschiedene Veröffentlichungsphasen. Der Abschnitt ist dadurch ein sinnvoller Gegenstand für jemanden, der nicht sofort das gesamte Livealbum besprechen möchte. Er besitzt eine klare Grenze, die sich aus der physischen Ausgabe ergibt.

Zwei benachbarte Stücke aus dem dritten Album

Rusted from the Rain und Saint Veronika gehören beide zu Billy Talent III und stehen in dieser Livefolge direkt nebeneinander. Anders als bei einer wahllosen Sammlung sind die Verbindungen zwischen zwei Titeln hier leicht nachvollziehbar. Ein Vergleich mit dem Studioalbum kann sich deshalb auf ein konkretes Paar konzentrieren. Die Frage ist nicht, ob live grundsätzlich besser sei, sondern was die veröffentlichte Konzertnachbarschaft gegenüber dem jeweiligen Studiokontext verändert.

Try Honesty am Anfang der Seite verweist auf das Debüt, Pins and Needles auf Billy Talent II. Der Abschnitt berührt damit zunächst die drei nummerierten Veröffentlichungen, bevor The Wolf Material aus Crisis of Faith einbringt. Diese Beschreibung betrifft die Albumzuordnung der Titel. Sie sagt noch nichts über Tempo, Klangbalance oder Ansagen aus, die aus einer Trackliste allein nicht hervorgehen.

Ein Querschnitt ist keine vollständige Geschichte

Die Auswahl umfasst nicht jede Phase des Katalogs. Das macht sie nicht unvollständig im Sinne eines Fehlers; sie ist ein Teil einer größeren Konzertveröffentlichung. Wer daraus eine persönliche Einstiegsliste erstellt, sollte diese Begrenzung nennen. Sonst entsteht leicht der Eindruck, fünf Titel könnten die gesamte Entwicklung einer Band lückenlos vertreten. Ein Ausschnitt kann nützlich sein, ohne repräsentativ für alles sein zu müssen.

Für eine Sammlungsnotiz lohnt es sich, die fünf Titel mit ihren Studioalben zu verbinden und die Liveausgabe als gemeinsame Quelle festzuhalten. So wird erkennbar, dass die Songs verschiedene Ursprünge haben, hier aber in einer neuen Reihenfolge zusammengeführt werden. Diese Art von Zuordnung ist konkreter als eine Liste bloßer Jahreszahlen und hilft beim anschließenden Wechsel zu einem vollständigen Studioalbum.

Die Seite endet mit The Wolf, aber das Livealbum endet dort nicht. Diese einfache Unterscheidung ist wichtig, wenn ein Artikel von einem Abschluss spricht. Gemeint sein kann der Schluss einer Plattenseite, eines redaktionellen Abschnitts oder eines ganzen Konzerts. Präzise Benennung verhindert, dass eine praktische Hörportion versehentlich zur behaupteten Dramaturgie des gesamten Abends wird.

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